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Nickelfrei vs. Chirurgenstahl?! Worauf man beim Schmuck achten sollte.

Wir haben uns als Schmuckhersteller sehr viel mit dem Thema Hautverträglichkeit auseinandergesetzt und wollen unser Wissen gerne mit dir teilen. Der folgende Artikel gibt dir eine solide Wissensbasis und umfasst die wichtigsten Themen, auf die man beim Kauf achten sollte.

Nickelfrei

Sollte mein Schmuck nickelfrei sein?
Ja, unbedingt! Würde man antworten, oder? Ganz so einfach ist die Antwort auf diese Frage leider nicht.

Was, wenn die Schmucklegierung grundsätzlich nickelfrei ist, die Oberflächenbeschichtung (z.B. Färbung, Lacke, etc.) aber Nickel enthält? Wir sind traurig darüber, wie rücksichtslos zum Teil mit den Verbrauchern umgegangen wird. Laut einer Untersuchung vom IVDK (Informationsverbund Dermatologischer Kliniken haben etwa 16% der deutschen Frauen eine Nickelallergie, die vom Tragen nickelhaltigen Schmucks stammt. Genauer gesagt handelt es sich um eine Hautkontaktallergie, die erst durch wiederholten Hautkontakt mit nickelhaltigen Metallen hervorgerufen wird. Die Nickelallergie entsteht typischerweise im Laufe von ein bis drei Wochen. Dadurch wird die Haut gegenüber Nickel überempfindlich. Dieser Prozess wird als Sensibilisierung bezeichnet.

Was kann ich dagegen tun? Die goldene Regel lautet:
Kaufe deinen Schmuck bei einem vertrauenswürdigen Händler.

Versteck dich nicht mit einer Nickelallergie. Hilf uns bei der Aufklärung.

Es tut uns sehr leid für alle Leser und Leserinnen, die bereits unter einer Nickelallergie leiden. Gerade für euch ist es ganz wichtig, nur Schmuck zu kaufen, der unter die Europäische Richtlinie 94/27/EG fällt. Diese Richtlinie definiert den zulässigen Nickelaustrag für Metall, das direkten Kontakt zur Haut hat. Wenn der Schmuck unterhalb der definierten Grenzwerte eingestuft ist, dann kannst du ihn bedenkenlos tragen, auch wenn du schon eine Nickelallergie hast.

So kannst du einschätzen, ob dein Schmuckhändler wirklich vertrauensvoll ist: Frage Ihn nach der EU Richtlinie. Wenn er davon noch nie gehört hat, dann solltest du besser keinen Schmuck von ihm kaufen.

Chirurgenstahl

Bin ich mit Chirurgenstahl auf der sicheren Seite? Kurz gesagt: leider nicht. Wieso das?

Weil der Begriff Chirurgenstahl aus dem Marketing kommt und nicht genormt ist. Theoretisch könnten alle Edelstähle als Chirurgenstahl bezeichnet werden, auch wenn in der Regel die nichtrostende Stahlgüte 1.4404 (AISI 316L) gemeint ist. Das ist eine gute Nachricht, denn 1.4404 gehört zu den Stahllegierungen, die für die dauerhafte, direkte Anwendung auf der Haut geeignet sind. Es gibt noch einige weitere Legierungen, die ebenfalls zum Club der hautverträglichen Stähle gehören: 1.4301, 1.4016, 1.4435, 1.4439 und sicher auch noch andere. Leider werden diese Informationen fast nie an den Verbraucher weitergegeben. Damit wird es wieder zur Vertrauenssache, welchen Schmuck (oder Armbanduhr) ich kaufe. Das gilt übrigens auch für Armbanduhren, Piercings und alle weiteren Metalle, die Kontakt mit der Haut haben.

Sidestory: Aluminium 


Wir kaufen mittlerweile Deos ohne Aluminiumsalze, weil diese in Verdacht stehen, an der Entwicklung von Brustkrebs oder der Alzheimer-Erkrankung beteiligt zu sein. Gleichzeitig haben hochwertige Laptops und Handy heutzutage aber ein Aluminiumgehäuse. Diese Geräte befinden sich bei den Nutzern in direktem Kontakt zur Haut und das teilweise für mehrere Stunden täglich. Gibt es da einen Zusammenhang?

Diese Aluminiumgehäuse sind zwar anodisiert, aber auch durch diese Oberflächenbehandlung kann die eigentlich notwendige Biokompatibilität nicht immer erreicht werden. Das hängt vom jeweiligen Verfahren ab. Nähere Infos zu diesem Thema liefert WOTECH in diesem Bericht.

Wir können keine Aussage darüber treffen, inwiefern die angesprochenen Alu-Geräte hautverträglich sind. Uns ist leider keine Studie bekannt, die das langfristig untersucht hat.

Daraus bestehen PINTILES

Bei unseren PINTILES benutzen wir den Edelstahl 1.4016, der ebenfalls zur dauerhaften, direkten Anwendung auf der Haut geeignet ist. Darüber hinaus gibt es eine dermatologische Studie des Ugine Research Centre, die diesen Edelstahl an 50 Probanden mit Nickelallergie getestet hat. Bei keinem Probanden konnten allergische Reaktionen festgestellt werden. Uns hat das überzeugt und wir können mit ruhigem Gewissen sagen, dass unsere PINTILES aus einem absolut sicheren Material hergestellt werden.

Hast du noch Fragen zu diesem Artikel? Schreib uns gerne ein Kommentar dazu oder sende uns eine Email an mail@pintiles.com

1 Gedanke zu „Nickelfrei vs. Chirurgenstahl?! Worauf man beim Schmuck achten sollte.

  1. Seit bei einer Freundin die Ohrringe eingewachsen sind, achtet sie beim Goldschmuck kaufen darauf, dass es echtes Material ist. Ihr ist dadurch kein Schaden entstanden, es ist einfach so, dass ihre Ohrlöcher sich entzündet haben. Sie hatte ihren Eltern nichts gesagt und die Dinger sind eingewachsen. Mit falschem Schmuck hätte das eine Entzündungsreaktion hervorrufen können.

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